Die beiden Referierenden Lisa-Damaris Reimold und Michael Heitz sind seit über 20 Jahren von dieser besonderen Persönlichkeit fasziniert und geben an diesem Abend Einblicke in ihre Recherchen und das sowohl bewegte als auch facettenreiche Leben von Selma Rosenfeld.
Ihre Lebensstationen führten über das Karlsruher Lehrerinnenseminar zunächst in den badischen Volksschuldienst nach Lahr, Gemmingen und Eppingen, bevor sie dann in den 1920er Jahren in die USA emigrierte und ihre Studien an der University of California fortsetzte. Am Los Angeles City College hatte Selma Rosenfeld über viele Jahre die Professur für Deutsch inne und prägte mehrere Generationen von Studierenden, darunter auch einige später erfolgreiche SchauspielerInnen und MusikerInnen.
Zu ihren Lebzeiten zählte Wilhelmine Müller, geb. Maisch (1767–1807) zu den meistveröffentlichten Dichterinnen im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie nahezu vergessen. Der Vortrag folgt ihrem Weg aus einfachen Verhältnissen in die literarische Öffentlichkeit und richtet den Blick dabei auch auf Adelshofen, wo die Pfarrerstochter ihre Jugend verbrachte und ihr dichterisches Talent erstmals entdeckt und gefördert wurde. Am Beispiel dieser regional verwurzelten Autorin zeigt sich, welche Bildungswege und Gestaltungsmöglichkeiten sich eine mutige Frau um 1800 erschließen konnte.
Giovanna-Beatrice Carlesso, Leiterin des Theodor-Heuss-Museums in Brackenheim, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Ausstellungsmacherin.