Offizielle Eröffnung mit Bürgermeister Michael Tauch und Bürgermeister Andreas Zaffran (Vorsitzender der Lenkungsgruppe der Kulturregion HeilbronnerLand) sowie Landrat Norbert Heuser
16:30 bis 17:45 Uhr Kurzführungen mit Bildhauerin Ursula Stock, mit Althistorikerin Angelika Beck, mit Standesbeamtin Sandra Schaber, mit Kulturamtsleiterin Ines Schmiedl
18:00 Uhr Starke Frauen des Maienfest e.V. schalten den Weinbrunnen und schenken Riesling oder Trollinger-Lemberger für alle aus
Ab 18:00 Uhr starke Musik von „Die Bunten Mützen“, eine inklusive Band aus Heilbronn mit stimmgewaltigen Sängerinnen und MusikerInnen
Archäologische Objekte zum Sprechen gebracht: Anhand verschiedener Exponate wird aufzeigen, wie sich das Frauenleben in römischer Zeit plastisch machen lässt. Welche Rollen und Aufgaben hatte die Frau, wie sah ihre Lebensperspektive aus und welche Weichen wurden durch ihre soziale Herkunft gestellt? Welche Fest- und Feiertage waren für Frauen besonders relevant? Welche Frauen fungierten in römischer Zeit als Vorbilder? Ganz unterschiedliche Frauenbilder erleben die Gäste in der römischen Götterwelt: Die einen Göttinnen präsentieren sich martialisch-kriegerisch, andere wiederum wankelmütig oder sogar eher gutmütterlich…
Wir leben in einer Zeit der Optimierung. Algorithmen hören besser zu als die eigene Familie. Man fragt sich, ob „toll“ ausreicht, wenn etwas auch „unfassbar krass“ sein könnte. Vor lauter Standpunkten sind schon die ersten Haltungsschäden zu vermelden. Doch jetzt kommt Alice ohne Agenda. Nur mit Absichten. Guten, meistens. Aber vor allem unterhaltsamen. Alice Köfer erzählt, singt, zerlegt und setzt wieder zusammen. „Alles zu meiner Zeit“ ist das zweite abendfüllende Programm der Jazzsängerin, die am meisten Spaß hat, wenn sie Musik und Komik kombinieren kann.
Im Stromberg versteckt liegt der „Weiße Steinbruch“ als Zeuge millionen-alten Lebens. In den Jahren 1914 bis 1918, beim Abbau von Sandstein, wurden zahlreiche spannende und mittlerweile weltweit bekannte Fossilien entdeckt. In der Abschlussarbeit ihres Biologiestudiums hat sich Emma Koska intensiv mit den Funden und dem Phänomen dieses herausragenden Ökosystems auseinandergesetzt. Unterschiedlichste Tiere haben vor über 200 Mio. Jahren diesen Waldboden bewandert. Von kleinen Echsen, frühen Krokodilen bis hin zu 5 Meter großen Dinosauriern.
Nun wird sie ihr Wissen rund um den Steinbruch weitergeben.
Die Mitwandernden müssen trittsicher sein, sie wandern knapp 5 Kilometer, 140 m Aufstieg, 140 m Abstieg, reine Wanderzeit rund 2 Stunden. Festes Schuhwerk ist Voraussetzung, bitte Wasser einpacken und ggf. kleines Vesper. Maximal 20 Teilnehmer, nur mit Anmeldung per E-Mail an anmeldung@gueglingen.de
Die „Kulturregion HeilbronnerLand“ ist dieses Jahr mit dem Motto „Starke Frauen“ überschrieben. Das Römermuseum knüpft daran an mit einer Trilogie von Themenführungen, die unterschiedliche Aspekte von antiken Göttinnen und anderen Frauengestalten aufgreifen.
In Homers „Odyssee“ tauchen zuhauf Frauengestalten auf – oft in Form von Verlockungen, Sehnsüchten oder Bedrohungen: Viele von ihnen wollen Odysseus auf seiner gefahrvollen Reise vom rechten Weg abbringen oder gar zu Tode kommen lassen. Nur nach der Heimkehr zu seiner geliebten Frau Penelope trachtend, erscheinen ihm etwa das Meerungeheuer Skylla oder die Sirenen als personifizierte Gefahren und Verlockungen. Die Nymphe Kalypso symbolisiert einen der Zeit enthobenen, paradiesischen Sehnsuchts-Ort, welcher für Odysseus allerdings zum sieben Jahre währenden Gefängnis wird. Ganz anders die Rolle der Zauberin Kirke: Als eine der wichtigsten Schlüsselfiguren gefährdet sie zunächst die Heimkehr-Mission – sie wird ihm letztlich jedoch ganz entscheidend hilfreich dabei.
Bestimmt hab viele schon mal gehört, dass „Wonder Woman“ auf dem antiken Mythos der Amazonen basiert. Denn Superheldinnen gab es schon immer, nicht erst seit dem Comic- und Film-Zeitalter!
Jahrhundertelang erzählte man sich fabelhafte Geschichten von Frauengestalten, die mit ihren sagenhaften Kräften und geheimnisvollen Künsten Gutes und ebenso nicht so Gutes bewirken konnten. Natürlich waren während der gesamten Antike wie auch in römischer Zeit diese ganzen Erzählungen Allgemeingut bei Jung und Alt.
Welche „Skills“ hatten die antiken „Superheldinnen“ und was bewirkten sie damit? Das Römermuseum stellt einige von ihnen vor.
Die unendliche Geschichte der Keplerin
Stand für den ersten Heilbronner Musenalmanach das Hölderlin-Jubiläum 2020 Pate, faszinierte der zweite durch den „Freispruch für Katharina Kepler“. Der dritte vertieft das Kapitel der unendlichen Geschichte der Keplerin: Als für die örtliche Schule der Name Katharina Kepler fiel, entwickelte sich erneut ein Drama. Auf den Spuren der Musen ergründet Leonore Welzin im Gespräch mit Zeitzeugin Ursula Vogelmann die Zusammenhänge.
Im ehemaligen Gewächshaus der Gärtnerei Kuehnle stellt Leonore Welzin die Künstlerinnen Sabine und Ulla Kuehnle vor. Sowohl die Bildhauerin, die in Frankfurt lebt und arbeitet, als auch die Fotografin mit Atelier in Heilbronn sind im Musenalmanach vertreten.
Die Porzellankeramik von Martina Sigmund-Servetti wurde vielfach ausgezeichnet. Regelmäßig reist die Künstlerin nach China. In Jingdezhen, der Porzellan-Hauptstadt tauscht sie sich mit Kollegen aus aller Welt aus. Leonore Welzin stellt die Künstlerin vor.
Einen wichtigen Beitrag zur gewünschten „atmosphärischen Gesamtwirkung“ bei der Stadtsanierung in den 1970er und 1980er Jahren lieferte die Kunst. Bildhauerin Ursula Stock und ihr Ehemann, der im Jahr 2006 verstorbene Architekt Heinz Rall, setzten Akzente in Güglingen, die die Stadt über die Region hinaus als Kunststadt im Zabergäu bekannt gemacht hat. Mit Ideenreichtum und viel Energie verwandelte Ursula Stock den Saal der Herzogskelter in ein Kunstwerk, das Betrachtende noch immer in Erstaunen versetzt. Auf Schritt und Tritt finden sich in Güglingen Werke oder kleine Details, die anders sind als in anderen Orten. Künstlerin Ursula Stock öffnet den Blick dafür, erzählt von wackeligen Halterungen und kalten Räumen, in denen sie einst gemalt hat und verknüpft so manche Skulptur mit Geschichte und Geschichten aus der Region.
Der Fund eines Hebammenkoffers im Stadtarchiv brachte Standesbeamtin Sandra Schaber auf die Idee, sich auf Spurensuche zu begeben: Was sind das alles für Utensilien in der ledernen Tasche? Wo lebte in Güglingen die Hebamme, der dieser Koffer gehört hat? Gibt es noch Güglinger, die von ihr entbunden wurden? Wo treffen Schwangere oder junge Mütter heute auf Hebammen? Wer die Antworten darauf hören möchte, kann mit Sandra Schaber auf eine Stadtführung starten.
Im Anschluss daran findet ein Bildervortrag „Über das Gebären eines Kindes“ mit der Hebamme Cornelia Enning um 19:00 Uhr in der Herzogskelter statt.
Im Leben einer Frau zeigt sich ihre Stärke vor allem beim Gebären eines Kindes. Egal ob Klinik-, Haus- oder „Freie Geburt“ - die Autonomie der Gebärenden ist das Merkmal ihrer mentalen und körperlichen Kraft. Wasser ist das Element, das diese Kraft am besten unterstützt. Es dient nicht nur als Schutz vor fremden Eingriffen, sondern ermöglicht auch Schmerzlinderung und Effektivität der Wehenarbeit, von der sogar das Neugeborene profitiert. Und nicht zuletzt funktioniert eine Plazenta länger und effektiver, wenn die Schwangere im Wasser ist. Die Geschichte zeigt, dass die Plazenta in allen Kulturen eine bedeutende Rolle gespielt hat. Hebammen bemühen sich heute die Kraft der Geburt und die Bedeutung der Plazenta wieder wahrzunehmen, zu schützen und zu ehren.
Beide Veranstaltungen können unabhängig voneinander besucht werden.
Sinnbildlich ist, dass Athene/Minerva als Kopfgeburt ihres Vaters die vielverehrte Göttin der Weisheit und der Künste wurde. Die jungfräuliche Göttin wurde stets schwer gepanzert und bewaffnet dargestellt. In vielen Bereichen spielte ihre Verehrung eine Rolle: In Wissenschaft und Handwerk ebenso wie etwa bei Künstlern aller Art, Ärzten oder auch Lehrern.
Weisheit und das Verstandesgemäße waren eine Seite ihres Wesens – wie viele antike Göttinnen war sie jedoch überaus leicht zu kränken und wehe dem, der ihre Rache auf sich zog…!
Juno als der Gemahlin Jupiters waren traditionell weibliche Funktionsbereiche wie Ehe, Geburt und Fürsorge zugeschrieben. Bekannt war die ansonsten als sehr tugendhaft Geltende jedoch auch für ihre Eifersucht und ihren Zorn, vor der sich Sterbliche wie Götter in Acht nehmen mussten.
Warum saß die "Hexe von Leonberg" in Güglingen im Gefängnis? Wo befand sich einst der Kerker? Wie lautete das Urteil gegen die Mutter des Astronomen und Mathematikers Johannes Kepler? Zu den bekanntesten Justizfällen des alten Württembergs zählt zweifellos der Hexenprozess gegen die 74-jährige Frau, die 14 Monate in Güglingens Kerker verbracht hat. Der Rundgang spürt jenen Stationen in der früheren Oberamtsstadt nach, wo die eines Verbrechens Angeklagten einst inhaftiert oder gefoltert wurden und ihre Strafe erhielten. Doch es geht auch darum, warum manche Frauen gefürchtet wurden, warum sie berüchtigt waren und wie schnell sich so ein Ruf ruinieren ließ. Und was bleibt in Güglingen von der Keplerin?
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Frauen sehen anders. Frauen fotografieren anders. Und genau darum geht es in diesem besonderen Fotoworkshop. Unsere Bilder entstehen nicht nur aus Technik, sondern aus Gefühl, Intuition und Aufmerksamkeit. Dieser Fotoworkshop ist ein Raum für genau diesen Blick. Die Teilnehmerinnen entdecken, die Wahrnehmung in Bilder zu übersetzen. Es gibt Zeit zum Sehen, zum Spüren, zum Experimentieren. Ohne Druck, ohne Leistungsdenken – dafür mit Neugier, Austausch und Inspiration unter Frauen. Gemeinsam geht es auf fotografische Entdeckungsreise, gestärt wird die kreative Intuition.
Kaum verwunderlich ist, dass in der Antike mit der Fruchtbarkeit weibliche Göttinnen assoziiert waren: Demeter/Ceres gehört dazu genauso wie Proserpina, von welcher aus Güglingen eine von nur zwei Erwähnungen in Baden-Württemberg überliefert ist – oder auch die Matronen aus dem gallorömischen Bereich, die häufig in einer magischen Dreizahl auftreten.
In der Vorstellungswelt standen mit der Fruchtbarkeit stets auch Unterweltsaspekte in enger Verbindung ebenso wie Elemente des weiblichen Wesens, in denen man das Unterbewusste, Verborgene, nicht rational zu Erklärende sah.
Ella Fitzgerald war unbestritten eine der größten Sängerinnen des Jazz. Mit Bigbands, Orchestern und auch kleinen Combos spielte die vor 30 Jahren verstorbene Künstlerin zahllose Aufnahmen ein, die noch heute begeistern. Gerade diesen intimen Combo-Versionen widmet sich das Programm des Trios in Güglingen. Die charmante französische Sängerin Katia Belley interpretiert Ellas Musik auf ihre ganz eigene Art und Weise. Die ausdrucksstarke und vielseitige Pianistin Victoria Pohl sorgt mit Felix Wiegand am Kontrabass durch ihre einfühlsame Begleitung, für das feine Swing- Fundament und so manches solistische Highlight. Klassiker wie Summertime, Cheek to Cheek, Tea for Two, Georgia on my Mind und I got Rythmen in den Ella-Versionen sorgen für einen spannenden, stimmungsvollen und abwechslungsreichen Abend.
Carmela De Feo alias La Signora feiert ihr zwanzigjähriges Bühnenjubiläum mit ihrer Jubiläumsshow „Froschkönigin“ in unserer bunten Republik. Träumereien von morgen. Gute Lacher von gestern. Schunkeliges von heute. Lässt La Signora nach zwanzig Jahren endlich ihr Haar herunter oder was lässt sich die Königin der Haarnetze dieses Mal einfallen? Ein märchenhaftes Jubiläum mit Happy End für alle. Die deutsche Komödiantin stammt aus dem Ruhrgebiet und hat italienischen Wurzeln. Sie wurde ausgezeichnet mit dem „Deutscher Kabarettpreis“ (2022), dem Leipziger Löwenzahn (2019) oder dem „Bayerischer Kabarettpreis“ (2011).